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Sektoruntersuchung bei Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten

Das Bundeskartellamt empfiehlt Manahmen zur Belebung des Wettbewerbs bei Ablesediensten. Die Behrde hat heute den Abschlussbericht zu ihrer Sektoruntersuchung im Wirtschaftszweig Submetering vorgelegt. Submetering umfasst die verbrauchsabhngige Erfassung und Abrechnung von Heiz- und Wasserkosten in Gebuden sowie die berlassung der dafr bentigten messtechnischen Ausstattung wie Heizkostenverteiler oder Wrme- und Wasserzhler.

Andreas Mundt, Prsident des Bundeskartellamtes: Wenige groe Unternehmen beherrschen den Markt fr Ablesedienste von Heiz- und Wasserkosten. Ein Anbieterwechsel ist regelmig mit hohen Kosten verbunden und durch lange Vertragslaufzeiten sowie technische Hrden zustzlich erschwert. Es ist ein Grundproblem, dass die Kosten fr das Ablesen in der Regel vom Mieter getragen werden, die Auswahl und die Beauftragung des Ablesedienstes hingegen der Vermieter trifft. Eine Belebung des Wettbewerbs kann im Ergebnis dazu fhren, dass die Verbraucher weniger bezahlen mssen. Wir haben dazu in unserem Bericht Vorschlge fr gesetzliche Manahmen formuliert. Auerdem behalten wir uns vor, marktabschottende Verhaltensweisen der Anbieter genauer zu prfen.

Das Geschftsfeld Submetering hatte im Jahre 2014 in Deutschland ein Umsatzvolumen von rund 1,47 Mrd. Euro. Lsst man die in der Praxis bestehenden Unterschiede im Leistungsumfang auer Betracht, so erzielten die dort ttigen Unternehmen einen durchschnittlichen Umsatz pro Wohneinheit und Jahr in Hhe von rund 74 Euro, wobei deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern festzustellen sind. Die Renditen der Submetering-Unternehmen sind verhltnismig hoch.

Die Untersuchung des Bundeskartellamtes zeigt, dass die Anbieterseite hoch konzentriert ist. Auf die beiden Marktfhrer Techem und ista entfielen im Jahre 2014 zusammengenommen ber 50 Prozent des Gesamtmarktvolumens und auf die grten fnf Anbieter insgesamt ber 70 Prozent. Nach den Ermittlungen im Rahmen der Sektoruntersuchung bestehen erhebliche Anhaltspunkte fr das Vorliegen eines wettbewerbslosen Oligopols, dem zumindest die beiden Marktfhrer, mglicherweise aber auch weitere der grten fnf Anbieter, angehren.

Die Sektoruntersuchung kommt weiter zu dem Ergebnis, dass sowohl eine Reihe von Strukturmerkmalen als auch bestimmte Verhaltensweisen der Submetering-Anbieter dem Kunden einen Anbieterwechsel erschweren und damit geeignet sind, den Wettbewerb zwischen den Submetering-Anbietern zu begrenzen.

Zu den zentralen strukturellen Wettbewerbshemmnissen zhlen die langen tatschlichen Vertragslaufzeiten, die unter anderem auf unterschiedliche Eichfristen fr verschiedene Zhlerarten zurckzufhren sind.

Die Preissensibiltt der Auftraggeber ist nur schwach ausgeprgt. Das ist zum Einen darauf zurckzufhren, dass die Nutzer berwiegend die Kosten des Submetering zu tragen haben, ohne selbst Vertragspartner der Ablesedienste zu sein. Vertragspartner sind blicherweise die Hauseigentmer und Vermieter, die die Kosten auf ihre Mieter umlegen. Wollte man die hieraus resultierenden Hindernisse fr mehr Wettbewerb vollstndig abbauen, msste man dieses Dreiecksverhltnis als solches in Frage stellen und die Kosten fr das Submetering dem Auftraggeber des Submetering-Unternehmens auferlegen.

Zum anderen sind die Kosten des Submetering fr die Nutzer bislang teilweise schwer oder gar nicht nachvollziehbar, da sie in den Nebenkostenabrechnungen nur aggregiert ausgewiesen werden.

Ein Wechsel des Anbieters wird auch durch die fehlende Interoperabilitt von Zhlersystemen sowie eine geringe Vergleichbarkeit von Preisen und der Qualitt der angebotenen Leistungen erschwert. Durch legislative Eingriffe zeichnet sich eine Entwicklung hin zu mehr interoperablen Systemen ab, die Anbieterwechsel zuknftig erleichtern knnte. Das Bundeskartellamt wird die gesetzgeberischen Prozesse aufmerksam verfolgen.

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