Strom - in Kooperation mit Verivox

Strom und Gas: Die Hälfte der örtlichen Versorger senkt die Preise zum neuen Jahr

Heidelberg. Die Strom- und Gaspreise sinken im kommenden Jahr für Millionen Haushalte in Deutschland. Etwa die Hälfte der örtlichen Versorger geben gesunkene Großhandelspreise an ihre Kunden weiter. Der Preisrückgang bei den angekündigten Strompreissenkungen beträgt durchschnittlich 13 Prozent, bei Gas rund 15 Prozent. Das Preisniveau der örtlichen Versorger bleibt jedoch weiterhin hoch und liegt deutlich über den aktuellen Angeboten für Neukunden. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox.

Stromtarife sinken auf breiter Front

Zum Jahreswechsel wurden 430 Strompreissenkungen von durchschnittlich 13 Prozent angekündigt. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh entspricht das einer Entlastung von rund 287 Euro im Jahr. In den betroffenen Grundversorgungsgebieten leben 16,5 Millionen Haushalte. Gleichzeitig wurden auch 55 Strompreiserhöhungen von rund 5 Prozent angekündigt, was rund 87 Euro entspricht. Etwa 2 Millionen Haushalte wohnen in den betroffenen Gebieten.

Doch das Strompreisniveau in der örtlichen Grundversorgung bleibt weiterhin hoch: Trotz der angekündigten Senkungen kostet eine Kilowattstunde Strom hier noch 44,23 Cent. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden kommt so in der Grundversorgung auf jährliche Kosten von 1.769 Euro.

"Trotz der anstehenden Preissenkungen ist die Grundversorgung nach wie vor vergleichsweise teuer. Rund 45 Prozent der Tarife haben noch einen Arbeitspreis von über 40 Cent je Kilowattstunde", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Dabei gibt es mittlerweile deutlich günstigere Angebote im Markt, die den Haushalten eine deutliche Ersparnis bringen können."

Der günstigste Stromtarif mit empfehlenswerten Vertragsbedingungen hat aktuell einen durchschnittlichen Preis von 28,8 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht jährlichen Stromkosten von 1.152 Euro. Der Unterschied zwischen dem örtlichen Standardtarif und dem günstigsten Neukundenangebot liegt im bundesweiten Durchschnitt bei 617 Euro.

Großteil der Gastarife immer noch über der Preisbremse

Beim Erdgas wurden für kommenden Januar 396 Preissenkungen von durchschnittlich 15 Prozent angekündigt. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh sinken die Heizkosten damit um rund 507 Euro pro Jahr. In den Grundversorgungsgebieten mit Preissenkungen leben 19 Millionen Haushalte. Gleichzeitig gibt es 43 Gaspreiserhöhungen von durchschnittlich 12 Prozent. Rund 1,9 Millionen Haushalte leben in diesen Gebieten.

Eine Kilowattstunde Gas kostet im Standardtarif des örtlichen Gasversorgers künftig durchschnittlich rund 13,47 Cent (bei 7 Prozent Mehrwertsteuer, die noch bis Ende Februar 2024 fällig werden soll. Danach steigt der Preis auf 14,98 Cent/kWh). Die Heizkosten für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden liegen in dieser Tarifgruppe bei 2.694 Euro pro Jahr.

Die Gaspreisbremse greift ab einem Kilowattstundenpreis von 12 Cent, rund 64 Prozent der Standard-Tarife der örtlichen Gasversorger liegen nach wie vor über diesem Wert.

Wer den Gasversorger wechselt, kann deutlich bessere Preise erzielen. Eine Kilowattstunde Gas kostet beim günstigsten Angebot mit empfehlenswerten Vertragsbedingungen derzeit durchschnittlich 8,44 Cent. Die jährlichen Heizkosten belaufen sich dann auf 1.688 Euro. Der Preisunterschied zwischen den Grundversorgungstarifen und den Neukundenangeboten beträgt im bundesweiten Durchschnitt 1.006 Euro.

Methodik

Verivox hat die verfügbaren veröffentlichungspflichtigen Gas- und Strompreise für Bestandskunden der rund 700 örtlichen Gas- Grundversorger und der rund 800 örtlichen Strom-Grundversorger in Deutschland ausgewertet.

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