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Deutsche Umwelthilfe: Klimaschutz und Wohnungsbau nicht gegeneinander ausspielen

Das von CDU, SPD und CSU neu verkndete Klimaziel 2030 wird genauso scheitern wie das gerade aufgegebene Ziel fr 2020, wenn das groe Potenzial zur Energieeffizienz im Gebudebereich nicht entschlossen angegangen wird. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Koalitionsparteien daher auf, konkrete Manahmen fr mehr Klimaschutz im Gebudebereich festzulegen. Dazu gehren Effizienzvorgaben, ein Niedrigstenergiegebudestandard sowie steuerliche Anreize.

Laut Klimaschutzplan der Bundesregierung muss der CO2-Aussto in den Sektoren Wrme, Verkehr und Landwirtschaft um mindestens 120 Millionen Tonnen bis 2030 reduziert werden. Allein im Stromsektor und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien lsst sich dieses Ziel nicht erreichen. Der Endenergiebedarf in Deutschland betrgt ca. 2500 Terawattstunden (TWh), der derzeitige Anteil von Wind- und Sonnenenergie kommt gerade einmal auf 150 TWh. Diese Diskrepanz macht deutlich: Neben einem zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energietrger sind massive Reduktionen beim Verbrauch, vor allem im Gebudebereich, ntig.

Dazu Sascha-Mller-Kraenner, Bundesgeschftsfhrer der DUH: "Die bisher in den Arbeitspapieren fr den Koalitionsvertrag vereinbarten Manahmen zur Energieeffizienz sind zu unverbindlich. Wir begren die Besttigung des Sektorziels fr Gebude im Klimaschutzplan 2050 und die Ankndigung, ein umfassendes Energieeffizienzgesetz zu verabschieden. Daneben fehlen aber kurzfristig wirksame Manahmen und Anreize fr Bauherren und Investoren."

Ein Einfrieren der Energieeinsparverordnung (EnEV) auf dem jetzigen Niveau, wie im momentan vorliegenden Kapitel Wohnungsbau vorgeschlagen, wre aus Sicht der DUH ein verheerendes Signal fr den Klimaschutz. Stattdessen muss die EnEV mit dem Ziel der Dekarbonisierung von Neubauten sowohl im Wohn- als auch Gewerbebereich konsequent weiterentwickelt werden. Die DUH fordert daher von der neuen Bundesregierung eine an den Klimazielen ausgerichtete Umsetzung des Gebudeenergiegesetzes (GEG), um das Nebeneinander von Regelwerken zu beenden und den Standard fr das Niedrigstenergiegebude im Neubau zu definieren. Das verlangen auch die Vorgaben der EU-Gebuderichtlinie.

"Je weniger wir im Neubau machen, umso mehr muss im Gebudebestand passieren und hier sind die Hrden noch erheblich hher. Zwingend erforderlich ist die steuerliche Abschreibung der energetischen Sanierung. Deren Gegenfinanzierung muss im Zweifel aus Bundesmitteln sichergestellt werden. Die steuerliche Frderung muss mit den anderen Frderprogrammen Hand in Hand gehen. Hierfr fordern wir, eine Reform der bestehenden Systematik anzugehen und umzusetzen, um den Zugang zu Frderung zu vereinfachen und zielgruppenspezifischer auszurichten. Gleichzeitig sollte damit eine anlassbezogene und verpflichtende Energieberatung integriert werden, um auch im Bestand voran zu kommen. Diese ganz konkreten Punkte fr den Gebudebereich mssen durch strukturelles Umdenken und eine Vernderung der Energiebesteuerung einhergehen: Die Klimawirkung von Energietrgern zur Wrmeerzeugung und Fortbewegung mssen sich in der Bepreisung beziehungsweise in der Besteuerung wiederfinden. Das ist wichtig, wenn wir bei der Sektorenkopplung vorankommen wollen. Um die Sektorenkopplung technisch weiterzuentwickeln, muss sowohl die Energieinfrastruktur von Strom, Gas und Wrme als auch die Ladeinfrastruktur zusammen gedacht werden", so Mller-Kraenner weiter.

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