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Verband: Jetzt mssen aus Paragrafen Heizungen werden

Zum 1. Januar sind das Gebudeenergiegesetz und das Wrmeplanungsgesetz in Kraft getreten. Hierzu erklrt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschftsfhrung:

Mit dem Gebudeenergiegesetz und dem Wrmeplanungsgesetz sind zum 1. Januar die beiden mageblichen Gesetze zur Dekarbonisierung des Gebudesektors in Kraft getreten. Damit ist der offizielle Startschuss fr die Wrmewende in Deutschland gefallen mit dem klaren Ziel Klimaneutralitt bis 2045.

Nach dem insbesondere beim GEG holprigen Gesetzgebungsverfahren gilt es nun, nach vorne zu blicken. Denn die eigentliche Arbeit liegt noch vor uns: Jetzt mssen aus Paragrafen Heizungen werden. Gut die Hlfte der Haushalte in Deutschland heizt noch mit Erdgas, rund ein Viertel mit l. Sie alle mssen in den kommenden rund 20 Jahren auf erneuerbare Energietrger umgestellt werden. Jede dritte Heizung ist lter als 20 Jahre und damit alles andere als energieeffizient. Gleichzeitig muss Strom grn, Fernwrme dekarbonsiert und aus Erdgas Wasserstoff werden. Diese Herausforderungen mssen wir nun angehen.

Die grte Aufgabe der kommenden Jahre im Wrmemarkt ist aus unserer Sicht aber der Aus- und Umbau der Infrastruktur. Sie ist die Basis fr die Wrmewende! Zentral ist deshalb, dass der Aus- und Umbau der verschiedenen notwendigen Netzinfrastrukturen effizient und abgestimmt geplant und umgesetzt wird. Die Erstellung der kommunalen Wrmeplne ist hier ein erster, notwendiger Schritt. Entscheidend ist nun, dass Planung und Umsetzung Hand in Hand gehen. Wenn wir erst dann mit dem Ausbau der Infrastrukturen beginnen, wenn die Wrmeplanung abgeschlossen ist, verlieren wir wertvolle Zeit. Deshalb sollten die Kommunen die regionalen Netzbetreiber von Anfang an eng in die kommunale Wrmeplanung miteinbeziehen.

Fr die enormen Infrastrukturinvestitionen, die fr die Wrmewende notwendig sind, braucht es zudem Planungssicherheit und eine finanzielle Absicherung. Dafr braucht es von der Bundesregierung einen Frderrahmen, der den Netzbetreibern die notwendigen Investitionen ermglicht. Das gilt insbesondere fr die Bundesfrderung effiziente Wrmenetze. Trotz der angespannten Haushaltslage muss die Bundesregierung die Finanzierung der Frdermittel unbedingt sicherstellen und verstetigen auch, um die Kosten fr die Verbraucher im Griff zu halten.

Damit die Wrmewende zum Erfolg wird, muss sie aber auch wieder einen besseren Ruf bekommen. Die Wrmewende ist die Knigsdisziplin der Energiewende: Denn kein anderer Bereich der Energiewende rckt so nah an die Menschen heran und ist so stark auf das Handeln des Einzelnen angewiesen. In Zukunft muss die Botschaft der Politik sein: Die Wrmewende kommt. Aber wir lassen euch finanziell nicht im Stich und wir geben euch ein festes Konzept an die Hand. Zudem mssen sich die Wohnungseigentmer darauf verlassen knnen, dass ihre heutige Modernisierungsentscheidung nicht bereits bermorgen von neuen politischen Magaben berholt wird. Diese Sicherheit zu geben, wird eine zentrale Aufgabe der Politik in den kommenden Jahren.

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