Gas - in Kooperation mit Verivox

Verlngerte Preisbremsen fr Strom und Gas entlasten Haushalte kaum

Heidelberg. Die Verlngerung der Preisbremsen fr Strom und Gas bis Ende Mrz 2024 entlastet die Haushalte in Deutschland laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox nur gering. Die Stromkosten sinken durchschnittlich kaum um 0,3 Prozent, Gas wird um 1,1 Prozent gnstiger.

Strompreise sinken nur geringfgig

Die durchschnittlichen Stromkosten sinken durch die Verlngerung der Preisbremse bis Ende Mrz geringfgig um 0,3 Prozent von 1.457 Euro auf 1.452 Euro pro Jahr. Das entspricht einer Entlastung von 5 Euro.

Die Preisbremse greift vor allem bei Grundversorgungstarifen, da Tarife fr Neukunden bereits flchendeckend unter dem staatlichen Preisdeckel liegen und keine staatlichen Subventionen bentigen. Betrachtet man ausschlielich die rtlichen Grundversorgungstarife, fllt die Entlastung durch die Strompreisbremse etwas hher aus. Hier sinken die Stromkosten von durchschnittlich 1.841 Euro auf 1.821 Euro. Das entspricht einer Entlastung von 1,1 Prozent oder 20 Euro.

Durchschnittliche Gaskosten sinken kaum

Durch die Verlngerung der Gaspreisbremse bis Ende Mrz sinken die durchschnittlichen Gaskosten fr 20.000 Kilowattstunden um 27 Euro von 2.420 Euro auf 2.393 Euro, was einer Senkung von 1,1 Prozent entspricht wrde der reduzierte Mehrwertsteuersatz bis Ende Mrz gelten. Durch den Wegfall des reduzierten Mehrwertsteuersatzes ab Ende Februar liegen die jhrlichen Gaskosten bei 2.411 Euro. Damit sinkt die jhrliche Entlastung auf 9 Euro oder 0,4 Prozent.

Entlastet wrden nur Haushalte, die noch in der teuren Gas-Grundversorgung beliefert werden. Hier sinken die Jahreskosten um 80 Euro von 3.066 Euro auf 2.986 Euro.

Aktuelle Strom- und Gastarife liegen deutlich unter den Preisbremsen

Von der Verlngerung der Energiepreisbremsen profitieren nur Haushalte, die noch in teuren Tarifen stecken. Sie knnten aber deutlich mehr sparen, wenn sie einen gnstigeren Strom- und/oder Gastarif whlen. Wer aktuell mehr als 12 Cent pro Kilowattstunde fr Gas und mehr als 40 Cent pro Kilowattstunde fr Strom bezahlt (das sind die Deckelbetrge der Preisbremsen), sollte unbedingt den Tarif wechseln.

Denn die Preise fr Neukunden liegen weit unterhalb dieser Preisschwelle. Eine Kilowattstunde Strom im gnstigsten verfgbaren Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen kostet aktuell durchschnittlich 27 Cent, beim Gas sind es rund 9 Cent je Kilowattstunde Gas. Je nach Verbrauch knnen Haushalte durch einen Wechsel aus der rtlichen Grundversorgung daher mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen. Der Wechsel aus der Grundversorgung ist jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen mglich, der neue Energieversorger bernimmt die Abmeldung beim bisherigen Lieferanten.

Preisbremsen-Verlngerung schtzt Haushalte kaum

Dass die Verlngerung der Preisbremsen die Haushalte vor dem Risiko steigender Preisen im kommenden Winter schtzt, ist sehr unwahrscheinlich. Denn die Preisentwicklung im Jahr 2022 zeigt, dass explodierende Grohandelspreise durch unerwartete Einschrnkungen bei der Gasversorgung erst mit einem deutlichen Zeitverzug bei den privaten Bestandskunden der Energieversorger ankommen. Die Preiserhhungen fr Haushalte finden etwa drei bis 12 Monate nach solchen Ereignissen statt und damit erst zum Ende oder nach Ablauf der jetzt verlngerten Preisbremsen.

"Die Verlngerung der Preisbremsen sorgt nicht nur fr wenig Entlastung und schtzt kaum vor Preisrisiken im kommenden Winter, sie sorgt auch fr hohen brokratischen Aufwand bei den Energieversorgern", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Darber hinaus wiegt die Verlngerung der staatlichen Subventionen fr teure Strom- und Gastarife alle Verbraucherinnen und Verbraucher in falscher Sicherheit, die sich im Laufe des Jahres nicht um einen gnstigeren Tarif gekmmert haben. Auf diese Kunden wartet ab April 2024 eine unangenehme berraschung in Form deutlicher steigender Kosten.

Methodik

Die durchschnittlichen Strom- und Gaskosten wurden anhand des Verivox-Verbraucherpreisindex ermittelt. Der Verivox-Verbraucherpreisindex bercksichtigt die Preise der rtlichen Grundversorger sowie die der wichtigsten berregionalen Versorger. Die Kostenersparnis aus der Verlngerung der Strom- und Gaspreisbremse bis zum 30. Mrz 2024 wurde anteilig berechnet ebenso die um einen Monat vorgezogene Rckkehr auf den vollen Mehrwertsteuersatz bei Gas.

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