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Positive Effekte von Energieeffizienz

Energie einzusparen hilft dem Klima und wirkt sich positiv auf Luftreinheit, Gesundheit, kosystem, Ressourcenverbrauch sowie auf die Wirtschaft und Energiesicherheit aus. Ein europisches Forscherteam unter Leitung des Wuppertal Instituts fand nun heraus: Solche zustzlichen Effekte summieren sich auf mindestens ein Drittel der Energiekosteneinsparungen. Whrend der Abschlusskonferenz in Brssel prsentierten sie nun die Ergebnisse ihrer Analyse der Anwendung von mehr als 20 Effizienztechnologien in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten des Horizont-2020-Projekts Calculating and Operationalizing the Multiple Benefits of Energy Efficiency in Europe (COMBI) und ein neues Online-Tool.

Damit die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht und die Treibhausgasemissionen reduziert werden, sind Energieeinsparungen notwendig. Deshalb folgen viele europische Mitgliedsstaaten dem Prinzip Energieeffizienz zuerst. Auch die Kommission der Europischen Union (EU) sttzt sich bei den neuesten Entwrfen fr EU-Richtlinien und Energieeinsparziele auf dieses Prinzip. Zahlreiche Studien, wie etwa die der EU-Kommission oder des Fraunhofer-Instituts fr Innovations- und Systemforschung ISI zeigen, dass sich die meisten zustzlichen Investitionen in Energieeffizienz-Manahmen mit Kosteneinsparungen ber die technische Lebensdauer auszahlen. Es gibt darber hinaus jedoch weitere positive Effekte, die in der ffentlichen Diskussion und damit auch in der politischen Entscheidungsfindung noch nicht ausreichend bercksichtigt werden.

Im Rahmen des Forschungsprojekts Calculating and Operationalizing the Multiple Benefits of Energy Efficiency in Europe (COMBI) untersuchte das Wuppertal Institut zusammen mit den Universitten Antwerpen und Manchester, Copenhagen Economics, sowie Advanced Building and Urban Design (ABUD) umfassend die Konsequenzen von Energieeffizienz-Szenarien. Das Europische Forschungsprogramm Horizont 2020 finanzierte das Projekt mit rund einer Millionen Euro ber drei Jahre. Die Forscherinnen und Forscher erstellten zunchst detaillierte Szenarien, mit denen die Umsetzung von Effizienzmanahmen aus unterschiedlichen Sektoren modelliert wurde. Hierbei entwickelten sie ein Referenz- und ein ambitioniertes Effizienzszenario bis zum Jahr 2030, wie es auch derzeit in den EU-Institutionen diskutiert wird. Die daraus resultierenden Energieeinsparungen und korrespondierenden Investitionskosten flossen als Ausgangsgren in weitere spezialisierte Modelle ein, um differenzierte Aussagen ber die Konsequenzen des Energieeffizienz-Programms machen zu knnen.

Effizienzbeispiel: Gebudesanierung

Die Luftverschmutzung ist eine von fnf Analysekategorien, denen sich das COMBI-Forscherteam widmete. Dabei untersuchte es beispielsweise die Auswirkungen von Gebudesanierungen und stellte die aufzubringenden Investitionen den positiven Effekten einer Sanierung gegenber. Demnach fhren Sanierungsmanahmen nicht nur zu verringerten Energiekosten, sondern auch zu saubererer Luft und einem gesnderen Raumklima in Gebuden, was nachweislich positive Effekte auf die Gesundheit der Menschen hat, die sich darin aufhalten. Wird ein Gebude modernisiert, sinken zunchst die Energiekosten. Nach Angaben von Johan Couder, COMBI-Forscher an der Universitt Antwerpen, knnten sich in den untersuchten Jahren von 2015 bis 2030 die zustzlichen Investitionen in Europa fr Gebudesanierungen auf 300 Milliarden Euro belaufen. Dem gegenber stehen allerdings ber 330 Milliarden Euro an zustzlichen Energiekosteneinsparungen ber die Lebensdauer der Gebude, ergnzt Couder. Hinzu kommen die positiven Gesundheitseffekte aus der Verbesserung des Raumklimas, wodurch sich eine insgesamt deutlich positive Bilanz ergibt.

Das Forscherteam ging im Projekt COMBI noch einen Schritt weiter: Sie setzten das GAINS-Modell des Wiener International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) ein, das die Energieeinsparungen in niedrigere Luftschadstoffkonzentrationen umsetzt. Dabei fanden sie heraus, dass allein durch die Gebudesanierung in der EU rund 2.000 Todesflle pro Jahr vermieden werden knnten. Mit besseren Neubauten lieen sich jhrlich weitere 16.000 vorzeitige Todesflle abwenden, insgesamt 38.000 verlorene Lebensjahre knnten vermieden werden.

Das Projektteam bezifferte zudem, dass sich durch die Gebudesanierung der kologische Fuabdruck um mehr als 90 Megatonnen senken liee. Auch die kurzfristigen, wirtschaftlichen Vorteile seien beeindruckend: Zustzliche Investitionen und verfgbare Einkommen aufgrund niedrigerer Energiekosten knnten die Wertschpfung in der EU um bis zu 42 Milliarden Euro pro Jahr erhhen und ber 650.000 zustzliche Arbeitspltze schaffen, bilanziert Johannes Thema, wissenschaftlicher Koordinator des Projekts in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut. Dies sei jedoch nur dann der Fall, wenn das jeweilige Land ber freie Produktionskapazitten verfge sich also in einem wirtschaftlichen Abschwung befinde was heute etwa die Hlfte der EU-Mitgliedsstaaten betrifft.

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