Gas - in Kooperation mit Verivox

ein Service der Verivox GmbH Datenschutzbestimmungen

Verband: Renditen fr Strom- und Gasnetze sind mehr als ausreichend

Strom- und Gasnetzbetreiber wehren sich gegen die von der Bundesnetzagentur im Jahr 2016 festgelegte Hhe der Zinsstze, mit denen die Unternehmen ihr eingesetztes Kapital verzinsen drfen. Aus Sicht des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ist das von der Bundesnetzagentur festgelegte Zinsniveau aber mehr als ausreichend, um die Modernisierung der Energienetze sicherzustellen. Die Rechnung fr die hohen Renditen zahlten die Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Groteil der Strom- und Gasnetzbetreiber hat gegen die von der Bundesnetzagentur beschlossenen Zinsstze geklagt. Am 17. Januar 2018 wird die Klage vor dem OLG Dsseldorf verhandelt.

Zum Hintergrund: Die Eigenkapitalzinsstze werden jeweils fr fnf Jahre von der Bundesnetzagentur festgelegt. Sie sollen die marktbliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals sicherstellen und den Anreiz schaffen fr notwendige Investitionen in die Strom- und Gasnetze. Diese Zinsstze bilden sich in den Netzentgelten ab, die alle Energiekunden zahlen. Die Bundesnetzagentur hatte das Zinsniveau im Oktober 2016 auf 6,91 Prozent fr Neuanlagen (fr Altanlagen 5,12 Prozent) vor Steuern fr den Zeitraum von 2019 bis 2023 fr Stromnetzbetreiber bzw. von 2018 bis 2022 fr Gasnetzbetreiber gesenkt. Grundlage dafr war ein behrdliches Gutachten, das unter anderem das seit Jahren sinkende Zinsniveau an den Kapitalmrkten bercksichtigte. Gegen die Entscheidung haben rund 1.100 der rund 1.600 Strom- und Gasnetzbetreiber in Deutschland geklagt. 

Die Klagen der Netzbetreiber sind nicht nachvollziehbar. Fr Investoren sind Anlagen in Energienetze beim vorgesehenen Zinsniveau mehr als attraktiv, zumal es sich um ein Monopolgeschft mit geringem Risiko handelt, betont bne-Geschftsfhrer Robert Busch. Zum Vergleich: Die Zinsstze fr risikoarme oder sehr risikoschwache Anlagealternativen sind nahezu auf Null gefallen bzw. negativ. Eine vom bne mitbeauftragte Studie der Universitt Lneburg aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Schluss, dass Investitionen in die Energieinfrastruktur auch bei Garantiezinsen unter 6,91 Prozent attraktiv wren. Es kann also keine Rede davon sein, dass die im Zuge der Energiewende notwendige Modernisierung der Netze angesichts der leicht abgesenkten Eigenkapitalzinsen auf der Kippe stehen, betont Busch.

Schon  heute machen die Netzentgelte den grten Teil auf der privaten Stromrechnung aus. Die Bundesnetzagentur hat 2016 die Mglichkeit nicht genutzt, die hohen Gewinne der Netzbetreiber auf ein angemessenes Niveau zu senken und damit die privaten Verbraucher fair zu entlasten, sagt Klaus Mller, Vorstand des vzbv. Insgesamt liegen die jhrlich von allen Energiekunden gezahlten Stromnetzkosten bei rund 20 Milliarden Euro. Dabei ist fr die ffentlichkeit weiter nicht nachvollziehbar, wie die Verteilnetzbetreiber mit den Entgelten umgehen, da sie sich weigern, entsprechende Angaben zu verffentlichen. Hohe Renditen zu fordern, aber nicht fr Transparenz zu sorgen, das passt nicht zusammen, so Mller.

Die hohen Gewinne der Netzbetreiber verzerren den Wettbewerb im Energiegeschft. Aufgrund der unzureichenden Trennung der Geschftsfelder Netz und Vertrieb knnen integrierte Energieversorger Gewinne aus dem Netzbetrieb fr ihre wettbewerblichen Geschftsbereiche nutzbar machen. Durch diese Quersubventionierung knnen Sie andere Unternehmen aus dem Markt drngen. Dies schadet dem Wettbewerb und erhht die Kosten fr alle, so Busch.

Weitere Nachrichten

Verivox Logo© 2018 Verivox GmbH - Alle Rechte vorbehalten. Verivox verwendet grtmgliche Sorgfalt auf Aktualitt, Vollstndigkeit und Richtigkeit der dargestellten Informationen, kann aber keine Gewhr fr diese oder die Leistungsfhigkeit der dargestellten Anbieter bernehmen. Bitte beachten Sie die AGB und Datenschutzbestimmungen von Verivox.
Cookie-Einstellungen ändern